In der tiergestützten Pädagogik findet ein Kontakt zwischen dem Klienten und dem Tier statt, der eine Wirkung auf einer Tiefenebene des menschlichen Wesens hervorruft, die wir entwicklungsgeschichtlich noch mit den Tieren gemein­sam haben. Diese Ebene wird in der Fachliteratur "Biophilie" genannt.

Biophilie-Hypothese

Der Soziobiologe Edward O. Wilson beschreibt diesen Begriff in seiner Biophilie-Hypothese von 1984 wie folgt: "Der Mensch fühlt sich aufgrund der ihm angeborenen Biophilie zu anderen Lebewesen hingezogen. Diesen Kontakt mit der Natur braucht er im ausreichenden Maße, um gesund zu bleiben, um den Sinn seines Lebens zu finden und sich zu verwirklichen. So ist der Mensch ein Teil der Natur.

Sie hat uns hervorgebracht und in ihr werden wir wieder ein­gehen. Daher kann der Mensch sich nicht ohne Folgen von der Natur emanzi­pieren, denn ohne einen Bezug zur Natur ist er unvollkommen und somit nicht wirklich lebensfähig".

Kontaktaufnahme mit Lama
Kind beobachtet Schnecke

Bezug zur Gegenwart

Auch heute noch reagieren wir Menschen auf Warnrufe anderer Lebewesen oder entspannen uns, wenn Tiere in unserer unmittelbaren Umgebung ruhig fressen oder schlafen, da uns dann offensichtlich auch keine Gefahr droht. Diese Entspannung bzw. das Gefühl von Sicherheit ist es, die einen hohen Stellenwert in unserer Arbeit einnimmt. Bei Angst oder dem Gefühl von Unsicher­heit (selbst wenn man sich dieser Emotionen auf kognitiver Ebene nicht bewusst ist) werden im menschlichen Gehirn Synapsen mit Stress­hormonen besetzt, sodass man in diesen Situation schlechter nachdenken geschweige denn lernen kann.

Basis der tiergestützten Arbeit

Die Basis der tiergestützten Arbeit ist also die Ent­spannung, die Tiere beim Menschen sicherer, schneller und selbstverständlicher hervorrufen als es durch ein menschliches Handeln von "fremden" Pädagogen oder Therapeuten möglich wäre und die auf diese Weise die Grundlage für das Lernen von neuen Dingen bildet.

Ausschüttung des Hormons Oxy­toxin

Eine weitere neurobiologische Reaktion, die Ausschüttung des Hormons Oxy­toxin (Gegenspieler des Stresshormons Kortisol), ist ausschlaggebend dafür, dass enorme Erfolge mit tiergestützten Interventionen erzielt werden können. Oxytoxin wird z. B. während der Geburt, des Stillens oder auch durch Haut- oder Blickkontakt in vertrauensvollen Beziehungen (in der tiergestützten Arbeit!) freigesetzt. Sowohl bei Tieren als auch beim Menschen stimuliert dieses Hormon prosoziales Verhalten, reduziert Angst und depressive Störungen, erhöht die Schmerz­schwelle und induziert ein Gefühl der Ruhe. In neurobiologischen Studien wurde ebenfalls nachgewiesen, dass die Verabreichung von Oxytoxin (intravenös oder als Nasenspray) dazu führt, dass soziale Kompetenzen erhöht werden, wie z. B. die Emotionen im Gegenüber zu erkennen und interpretieren zu können. Dieser Sachverhalt wurde sogar bei Menschen mit einer autistischen Störung beobachtet. Auch in der Bindungs­forschung wurde herausgefunden, dass ein hoher Oxytoxinspiegel die Bindungsentwicklung unterstützt.

Inniger Kontakt zwischen Kind und Alpaka
Vorsichtige Kontaktaufnahme zu Lama Floki

Schneller Beziehungsaufbau

In der tiergestützen Arbeit baut der Klient in der Regel recht schnell eine Beziehung zum Tier auf, da gegenüber anderen Menschen eine deutlich höhere Schwelle für Körperkontakt besteht als gegenüber Tieren. Durch den Hautkontakt wird sowohl die Oxytoxinausschüttung gesteigert als auch der Kortisolspiegel gesenkt.

Fazit

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass tiergestütze Interventionen nicht "nur ein Herumspielen mit Tieren" sind, sondern dass die Tiere als unsere Co-Pädagogen in einzigartiger Weise unkompliziert und schnell die Basis schaffen, damit wir als Pädagogen effektiv mit unseren Klienten arbeiten können.

Presse

shz 20190303

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