Grundsätzlich kann jede Tierart in der tiergestützten Pädagogik (TGP) eingesetzt werden, je nach dem, welche Ziele erreicht werden sollen. Selbst Wildtiere sind unter bestimmten Vor­aussetzungen z. B. für Verhaltensbeobachtungen in ihrem natürlichen Lebens­raum geeignet.

Im Folgenden sollen die Vorzüge von Neuweltkameliden aufgeführt werden, die dazu geführt haben, dass wir uns für diese Tierart entschieden haben.

Kein Allergierisiko

Am Anfang gingen unsere Überlegungen in Richtung "möglichst geringes Allergierisiko". Schon bald sind wir im Internet auf Neuweltkameliden gestoßen, da gegen diese Tiere aufgrund ihrer besonderen Fellbeschaffenheit (es enthält kein Lanolin, in dem sich Bakterien und Staub festsetzen können) keine Allergien bekannt sind.

Hoher Aufforderungs­charakter

Unsere ersten Kontakte mit Alpakas haben uns dann derart berührt, dass wir uns näher mit Neuwelt­kameliden beschäftigten. Ihr ruhiges, freundlich-distanziertes Verhalten, ihre großen Augen und ihr weiches Fell haben einen hohen Aufforderungs­charakter: man möchte gern mit ihnen in Kontakt treten.

Diego von der kleinen Wunderwiese
Neugieriges Lama Ennio

Ruhig und gelassen

Dabei strahlen sie eine Ruhe und Gelassenheit aus, die auf die Klienten übergeht.

Gerade in der heutigen Zeit, in der alles schnell gehen muss, ist Entschleunigung ein Schlüssel zu psychischer Gesundheit.

Aufmerksam und ursprünglich

 

Sowohl Lamas als auch Alpakas sind bereits seit langem in Südamerika domestiziert, so dass eine Kooperation mit diesen Tieren unter bestimmten Voraussetzungen gut durchführbar ist. In der Natur leben sie als Fluchttiere mit einer gewissen Individualdistanz in großen Herden und beobachten sich gegenseitig und ihre Umgebung sehr aufmerksam. Die Tiere sind zwar an Menschen gewöhnt, reagieren häufig aber noch ursprünglicher als andere Haus- und Hoftiere und setzen ihre sensiblen Antennen für alles, was um sie herum geschieht, ein. In der pädagogischen Arbeit ist auf der einen Seite ein empathisches Eingehen auf sie notwendig, auf der anderen Seite spüren sie "Bedürftigkeit" und gehen von sich aus auf den entsprechenden Menschen zu, ohne ihn zu bedrängen. Sie spiegeln in besonderer Weise die Befindlichkeit des Gegenübers und lassen ihn Stress und Hektik vergessen und stattdessen ein Gefühl von Gelassenheit erfahren.

Sehr gutmütig

Da es sich hierzulande noch um eine relativ gering verbreitete Tierart handelt, reizt das "Exotische" und negative Vorerfahrungen sind in der Regel nicht vorhanden. Neuweltkameliden sind sehr gutmütig und bei einer artgerechten Behandlung geht von ihnen auch nur ein sehr geringes Ver­letzungs­risiko im Vergleich zu z. B. Pferden aus. Neuweltkameliden haben nur im Unterkiefer Zähne und besitzen Schwielensohlen an den Füßen, also keine Hufe und Hufeisen. Wenn sie zu stark bedrängt werden und Angst haben (etwa bei schmerzhaften tierärztlichen Behandlungen) können sie auch schon mal auf einen Menschen spucken. Das ist jedoch nur eklig und nicht gefährlich. In der Regel spucken gut sozialisierte Tiere nur auf Artgenossen, um die Rangordnung festzulegen oder sich im Streit zu behaupten.

Körpergrößen für unterschiedliche Belange

Alpakas sprechen durch ihre geringere Körpergröße auch die Menschen an, denen Pferde zu groß erscheinen. Lamas sind in der Regel etwas größer als Alpakas und rufen bei Betrachtern häufig Assoziationen wie "stolz", "anmutig" und "selbstbewusst" hervor.

Kleinkind füttert Alpaka
Kind hält Lama an der Leine

Besondere Beziehung zu Körperkontakt

Neuweltkameliden haben jedoch besondere Eigenschaften, die man kennen und in die Arbeit mit einbeziehen muss, damit sie artgerecht behandelt werden. Nur unter diesen Bedingungen geht es ihnen gut und sie können ihr gesamtes Verhaltensrepertoire ein­setzen und so auf Menschen wirken.

Ein wichtiges Kriterium im Umgang mit Neuweltkameliden ist zum Beispiel die Tatsache, dass Fohlen ("Crias") nach der Geburt nicht, wie es bei anderen Säugetieren der Fall ist, trockengeleckt werden. Aus diesem Grund haben sie keine positiven Assoziationen mit Körperkontakt. Sie betreiben auch im Erwachsenenalter keine gegenseitige Körperpflege oder Kontaktliegen. Im Umgang mit dem Menschen lernen sie Berührungen zu dulden, sind in der Regel aber keine "Kuscheltiere", die dauerhaft beschmust werden möchten. Durch ein be­stimmtes Training nach Marty Mc Gee Bennett sind unsere Tiere Berührungen gewohnt und genießen sie zum Teil sogar.

Fazit

Im tiergestützten Einsatz können die Tiere dem Pädagogen zum Beispiel helfen, eine Stärkung des Selbstbewusstseins herbeizuführen, für Stressabbau und Entspannung zu sorgen, psychische Stabilität herbeizuführen und positive Denkmuster aufzubauen. Sie motivieren zur Kontakt­aufnahme und bahnen auf diese Weise eine Beziehung zwischen Pädagogen und Klienten an. Diese Beziehung ist die Grundlage der pädagogischen Arbeit.

Kind streichelt Lama

Presse

shz 20190303

Unser Erlebnisflyer

erlebnisflyer

 

Unsere kleine Wunderwiese im schönen Naturpark Aukrug ist wegen ihrer zentralen Lage und der guten Autobahnanbindung (A7, B430, A23) nahezu von jedem Ort in Schleswig-Holstein und aus Hamburg mit dem PKW in weniger als einer Stunde zu erreichen.

© 2016 kleine-wunderwiese.de
Heike und Laura Eichhorn
Tel.: 04873 - 9686 oder 01522 - 7147788
Naturpark Aukrug - Schleswig-Holstein
All Rights Reserved.